Wer WAR DIE DJ TRANSE BEI DANDY DINER?

15.Juli 2016

<<WAS ZUVOR GESCHAH

 

Die Taxifahrt Richtung Hermannplatz versüßen uns die urigen Melodien von Heino und Michael Alexander. Von Peter Kaaden habe ich bisher noch nichts gehört, die Fotos auf seiner Webseite sind aber sehr nackt. Find ich gut.

Meine Erfahrung mit Dandy Diary war bisher nüchtern:
Eine Winter Fashionweek-Party mit dem Kommunen-Guru von Zalando, welche so kalt war, dass bei 4 Etagen alle auf der obersten gekuschelt haben und eine Sommer Fashionweek, welche so klein, voll und überlaufen war dass der Schweiß von der Decke getropft hat.  
(Im ersten Moment waren es für mich einfach kühle Tropfen die mein Gesicht gekühlt haben). Als Fixie ihren Piccolo aus dem rosa Täschchen zückt, ermahnt uns der kleine 70-jährige Taxifahrer mit Wampe und weißem Schnauzer, dass sie das Alkoholfläschlein ja nicht verkippen solle. Erst letztens musste er deswegen bei einer Polizeikontrolle einen Test machen, da die Beamten dachten der Geruch würde von ihm kommen. Fixie sagt selbstsicher, dass es nicht passieren würde, da sie eine geübte Trinkerin ist.

Vor dem Dandy Diner angekommen, sammeln sich wie immer die jungen hippen Gesichter von der Tür bis an die Bushaltestelle. Fixie drückt mir ihre Kleidungstüte in die Hand. Dragqueens tragen keine Plastiktüten.

Ich bin eher gemütlich leger gekleidet - zu mir passen Plastiktüten.

Mit meiner Kamera und Fixis Tüte in der Hand fühle ich mich etwas wie ihr Assistent. Besonders weil sie mit ihren Stöckelschuhen gefühlte 2,10m groß ist. Dass die Plastiktüte den Schriftzug “Karnevals Accessoires” und einen riesigen lachenden Clown aufgedruckt hat, macht die ganze Situation zusätzlich noch absurder. Der Absolut Tisch wirkt wie ein Tisch auf einer Studentenparty, wo sich jeder frei nach Belieben so viel mischen kann wie er mag. Ein betrunkener Kerl torkelt an uns vorbei. Ich mach noch den Kommentar, dass er wohl auch nur zum Saufen hergekommen ist.

Er stellt sich als Peter Kaaden vor: der Fotograf.

Einer der sympathischsten Kerle die ich bisher getroffen habe. Vorallem weil er uns und alle um uns herum direkt auf eine Runde Jägermeister einlädt. Während wir uns unterhalten stoppt immer wieder mal die Musik. Als jemand “Hey du! Drück mal auf den blinkenden Knopf” ruft, merke ich erst, dass das DJ-Pult gar nicht besetzt ist. Der DJ selbst war anscheinend inzwischen auch auf den Berg der guten Laune geklettert und die meiste Zeit irgendwo am Absolut Vodka Tisch zu finden.

Wir auch.

Irgendwann, keine Ahnung wie es passiert ist - seh ich wie Fixie hinter dem DJ Pult steht. Ohne zu fragen hat sie einfach angefangen aufzulegen - und keinen hat es interessiert. Viel mehr noch: der DJ war der Erste der dazu getanzt hat. (ok, war auch seine eigene Playlist die lief). Fixie haute ein Effekt nach dem anderen raus. Ihre Übergänge waren dank dem Wodka Tonic kratzig, krachig und manchmal einfach wie auf Spotify - aber die Leute fanden das nice.

Jeder hatte Spaß, Fixie wurde gefilmt und fotografiert, als wäre sie standardmäßig dafür gebucht (besonders von einem Typ, der sie einfach durchgehend gefilmt hat) (- kein Araber) und der Diner wurde immer voller. Nette Gespräche, nette Personen, nette Dandy Diary Typen. Bis jetzt mit Abstand die beste Dandy Diary Party. Besonders weil irgendwann ein Obdachloser mit der Motz reinkam und NICHT rausgeschickt wurde, sondern eingeladen wurde sich wie zu Hause zu fühlen - was er auch tat. Ein schöner Anblick wie er zwischen 4 stylischen Typen saß und mit seinem Orangensaft angestoßen hat, zur Transen-Musik mitgewippt hat und ab und an im Nebenbei mit Zeichensprache seine Motz präsentiert hat. Nach einiger Zeit hat sich eine Band (Chai Khat) aufgestellt um live Musik zu machen. Fixie bekam dann netter (& unbekannter)weise sogar ein Mikro in die Hand gedrückt um sich zu verabschieden. Sie stellte sich auf das Pult und rund 300 Augen starrten sie an.

Sie wusste weder wie der Diner und die Ausstellung hieß, noch wer die Band war, die sie angekündigt hat. Egal. Hauptsache sie beschimpft die Gäste als unmotivierte Hipster.

Scheint aber allen egal zu sein. Alle applaudieren und haben Spaß. Fixie springt von der Bühne, schnappt sich ihre Tüte und verabschiedet sich.

Ich schaue nach was auf Bloom geht.
“Comedy Street im TV und live Musik bei uns in der WG”.

Hört sich gut an. Ab zum Ostkreuz.

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